Was ist ME/CFS?

Was ist ME/CFS?
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ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome) ist eine schwere, chronische neuroimmunologische Multisystemerkrankung. Sie betrifft unter anderem das Nervensystem, das Immunsystem, den Energiestoffwechsel sowie die autonome Regulation.

Das zentrale Merkmal von ME/CFS ist die Post-Exertionelle Malaise (PEM): eine unverhältnismäßige und häufig zeitverzögerte Verschlechterung des Gesamtzustands nach körperlicher, kognitiver oder emotionaler Belastung.

ME/CFS ist keine Form von „chronischer Erschöpfung“ im umgangssprachlichen Sinne. Die Erkrankung betrifft mehrere Körpersysteme gleichzeitig und kann zu einer massiven Einschränkung der körperlichen, kognitiven und autonomen Funktionen führen. Neben ausgeprägten Schmerzen und neurologischen Symptomen treten häufig schwere kognitive Beeinträchtigungen, Reizüberempfindlichkeit, Kreislaufstörungen und eine deutlich reduzierte Belastbarkeit auf, die den Alltag erheblich einschränken können.

Die Ausprägung variiert individuell – von moderater Einschränkung bis zu schwerer körperlicher Behinderung mit Pflegebedürftigkeit. Charakteristisch sind dabei nicht nur die teil stark reduzierte Leistungsfähigkeit, sondern auch die krankheitsspezifische Reaktion auf Belastung.

Derzeit (2026) gibt es keine kausale Therapie, die ME/CFS heilen kann. Die Behandlung zielt vor allem auf Symptomlinderung und Stabilisierung ab. Als wichtigste Strategie im Umgang mit der Erkrankung wird aktuell ein angepasstes Pacing empfohlen – also eine bewusste Steuerung von körperlicher, kognitiver und emotionaler Belastung, um Verschlechterungsreaktionen möglichst zu vermeiden.

Die Versorgungsstruktur für ME/CFS ist in vielen Regionen weiterhin begrenzt, sodass Betroffene häufig selbst nach geeigneten Ansprechpartnern suchen müssen.

Eine ausführliche Erklärung zu Post-Exertioneller Malaise findest Du hier:
[Link zur PEM-Seite]

Mehr zum Thema Pacing und praktischer Umsetzung:
[Link zur Pacing-Seite]